So baut ihr eine gute Beziehung zur Presse auf

  • Kommuniziert schnell und effizient. Medienschaffende haben sehr viel zu tun! Versucht, eure Veranstaltung und eure Motivation in wenigen kurzen Sätzen zusammenzufassen.
  • Seid freundlich! Aufdringlichkeit erhöht nicht die Chancen, dass sie kommen. Stellt euch vor, ihr müsstet jemanden zu eurer Veranstaltung locken. Das heißt: Ihr müsst sie verkaufen.
  • Ruft zwischen 9:00 Uhr und 14:00 Uhr an, in TV-Redaktionen eventuell etwas früher, also zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr. Doch im Printbereich geht es um diese Tageszeit meist noch etwas ruhiger zu. Man sollte sie nicht stören, wenn sie kurz vor einer Deadline sind.
  • Seid sachlich und kenntnisreich. Versucht, eine „Quelle” zu werden. Gebt euer Wissen zum Thema weiter und baut Glaubwürdigkeit auf. Beantwortet nie eine Frage, wenn ihr die Antwort nicht kennt – gebt es offen zu und versprecht, die Information nachzureichen.
  • Baut eine Beziehung auf. Die Versuchung ist groß, der Redaktion eine Pressemitteilung zu schicken und es dann dabei zu belassen. Gebt diesem Impuls nicht nach! Redaktionen werden mit Pressemitteilungen geradezu überhäuft.
    Eine bessere Idee: Knüpft Kontakte zu Medienschaffenden, lange bevor ihr sie für die Berichterstattung braucht. Ruft schon zu Beginn eurer Kampagne an oder schreibt eine E-Mail und fragt, ob ihr euch mit einer potenziellen Kontaktperson kurz treffen oder telefonieren könnt. Medienschaffende wollen die Leute, die in ihrer Gemeinde Schlagzeilen machen werden, kennenlernen und erfahren, was geplant ist.
    Wenn ihr mit ihnen sprecht, erklärt ihnen grob die Grundidee eurer Kampagne, welchen Bezug sie zu eurer Gemeinde hat (und zu den Themen in den Medien), was ihr im Vorfeld eurer Veranstaltung plant und wen ihr bereits an Bord geholt habt. Noch ist es zu früh, um Unterstützung zu bitten – ihr baut nur eine Beziehung auf und erweist euch als hilfreiche Quelle.
  • Baut einen Presseverteiler auf. Verlasst euch nicht auf ein oder zwei Reporter*innen. Baut euren Presseverteiler weiter aus. Haltet Namen, E-Mail-Adressen, Twitter-Accounts und Ressorts der Pressekontakte in einem Dokument fest und stellt es dem Team zur Verfügung. Lasst Platz für Anmerkungen, zum Beispiel, welche Geschichten nicht gedruckt wurden oder welches Teammitglied die beste Beziehung zu jemandem aufgebaut hat.
    Falls ihr Probleme bei der Suche nach Pressekontakten habt, dann fragt bei sehr gut befreundeten Organisationen an, ob sie euch ein paar Reporter*innen nennen können, mit denen sie zusammenarbeiten. (Manche Gruppen unterstützen sich gegenseitig mit Auszügen aus ihren Presseverteilern.)
  • Lest Zeitung! Am besten findet ihr neue Reporter*innen und Ansatzpunkte, ihnen eure Geschichte schmackhaft zu machen, wenn ihr viele Zeitungen lest. Wenn ihr jemanden findet, der über ein ähnliches Thema berichtet, dann nehmt diese Person in euren Presseverteiler auf – und ruft sie (wenn möglich) kurz an, um eure Kampagne vorzustellen. Seht euch verschiedenste Nachrichtenquellen an (lest Zeitungen, seht fern, studiert Blogs – je nachdem, wo ihr eure Geschichte gern veröffentlicht sehen wollt, und findet heraus, welche Arten von Geschichten dort erscheinen).
  • Verschickt Pressemitteilungen und Presseeinladungen zu strategisch günstigen Zeiten. Hier ein idealer Zeitplan für eine bestmögliche Berichterstattung. Fangt frühzeitig an, kürt eine Person aus eurem Team als Pressesprecher*in und haltet euch an folgenden Zeitplan:
    • 1 bis 3 Monate vorher – Fangt an, Beziehungen zu Medienschaffenden (auch Blogger*innen) aufzubauen, und recherchiert, wer über ähnliche Veranstaltungen/Themen schreibt.
    • 1 Monat vorher – Veranstaltungskalender! Jetzt heißt es, dafür zu sorgen, dass euer Event in allen Veranstaltungskalendern der Stadt gelistet wird: in Zeitungen, Blogs, Radiosendern, auf Organisationsplattformen usw.
    • 5 bis 7 Tage vorher – Verschickt die Presseeinladung per E-Mail. Schreibt dazu, welche interessanten Redner*innen telefonisch oder persönlich für Interviews zur Verfügung stehen. Beginnt mit dem Entwurf einer Pressemitteilung, die am Tag der Veranstaltung verschickt werden soll (ggf. mit Zitaten von Leuten, die die Veranstaltung organisiert haben oder als Partner*innen aufgetreten sind).
    • 3 Tage vorher – Erinnert telefonisch an eure Veranstaltung und vergewissert euch, dass die Presseeinladung angekommen ist.
    • 1 Tag vorher – Verschickt die Presseeinladung erneut und ruft die Reporter*innen zur Bestätigung an.
    • Tag der Aktion – Ruft die Reporter*innen erneut an, um zu hören, ob sie wirklich kommen!
    • Abend nach der Aktion – Verschickt eure Pressemitteilung mit Fotos, die einen Eindruck von eurer Veranstaltung vermitteln.
  • Ruft die Reporter*innen nicht nur an, um zu fragen, ob sie eure Presseeinladung bekommen haben, sondern überlegt euch einen guten Grund für euren Anruf. Sie haben keine Zeit, auf jede eingehende Pressemitteilung zu antworten. Macht sie stattdessen neugierig oder gebt ihnen aktuellste Informationen und erinnert sie dabei an eure Pressemitteilung (z. B. „Es gibt einen neuen Bericht über den Klimawandel in unserer Region, der Sie interessieren könnte …”). Verschickt ggf. eine weitere Pressemitteilung, falls die erste untergegangen ist.

(Journalismus verstehen)


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