Online-Treffen moderieren

Online-Treffen können viel Spaß machen! Hier sind ein paar Ideen, um eure Treffen spannend, lehrreich und effektiv zu gestalten.

Ein Treffen – egal ob online oder persönlich – beansprucht wertvolle Zeit. Setze ein Treffen nur dann an, wenn du genau weißt, warum das Treffen notwendig ist und was die Ziele sind. Wenn du ein einstündiges Online-Treffen mit 30 Leuten organisierst, dann sind das 30 Arbeitsstunden! Das ist viel Zeit, wenn sie verschwendet wird. Um verschwendete Zeit während eines Online-Treffens zu reduzieren, stelle Folgendes sicher:

  • Teste das Online-System (meet.jit.si, Skype, Zoom, Konferenzschaltung oder Google Hangout) vorher und versuche, so gut wie möglich damit zurecht zu kommen, damit du es anderen erklären kannst.
  • Bringe den Teilnehmer*innen bei, die Funktion „auf lautlos stellen“ („mute“) zu nutzen, damit sie sich daran gewöhnen. Besonders bei großen Gruppen ist es gut, das Mikrofon auszuschalten, wenn man nicht spricht.
  • Falls du viele Online-Treffen organisierst, ermutige alle dazu, Kopfhörer zu nutzen, denn Skype und viele Konferenzschaltungen verursachen ein störendes Echo, wenn man sie nicht verwendet.
  • Statt zu fragen: „Wer hat dazu was zu sagen“, kannst du bestimmte Methoden, z.B. jede*n nacheinander sprechen lassen (Runde, s. unten), oder Kleingruppen nutzen. Gewöhne die Teilnehmenden bei einer Runde daran, die Person aufzurufen, die nach ihnen sprechen soll („Und jetzt ist Hakim dran…“), anstatt auf die Moderation zu warten, damit sie ihr Mikro wieder aktiviert, sich einschaltet und sagt: „Hakim, kannst du bitte als nächster …?“. Falls sie sich nicht erinnern, wer als nächste*r dran ist, dann können sie ihren Beitrag mit „Fertig“ beenden, sodass klar ist, dass sie fertig sind.

Menschen lernen durch Handeln, nicht dadurch, dass sie jemand anderem zuhören. Deshalb versuche, die Teilnehmenden so oft wie möglich einzubinden.

Zum Beispiel: Anstatt 30 Minuten über eine Technik des Zeitmanagements zu reden, beschloss eine Klimawandel-Organisation, die Teilnehmenden das ausprobieren zu lassen. Sie erklärten die Technik kurz in den ersten zehn Minuten, gaben den Teilnehmer*innen weitere zehn Minuten, um sie in Kleingruppen auszuprobieren und werteten schließlich die Erfahrungen in den letzten zehn Minuten aus. Die gleiche Zeit führte im Vergleich dazu, dass die Teilnehmenden nur einen Vortrag über die Technik gehört hätten, zu viel intensiverem Lernen.

Zur weiteren Unterstützung hier eine Tagesordnung als Beispiel, um dir zu helfen, dein eigenes Online-Treffen zu organisieren:

 

Vor dem Anruf •       Stelle sicher, dass alle die Information erhalten haben, wann und wo das Treffen stattfindet (und welche Technik sie dafür brauchen);

•       Erstelle vorher eine Tagesordnung (und sende sie, wenn möglich, herum).

Eintreffen

(5-15 Minuten, abhängig von der Gruppe)

•       Gehe ein paar Minuten früher online, um die Technik auszuprobieren;

•       Begrüße die Teilnehmer*innen, wenn sie eintreffen und behalte den Überblick, wer da ist und wer noch fehlt (entscheide, wann ihr anfangen wollt);

•       Beauftrage bei großen Gruppen eine zweite Person damit, bei technischen Problemen ansprechbar zu sein.

Aufwärmen / Kennenlernen

(10-15 Minuten)

Binde Methoden zum „Ankommen“ oder Kennenlernen ein, z. B.:

•       Bitte alle, ehrlich zu sagen, wie es ihnen geht, eine auf Arbeit gelernte Lehre zu benennen oder eine Sache, auf die sie bei ihrer Arbeit stolz sind;

•       Bitte alle, irgendetwas Unsinniges zu sagen („Wenn du ein Gemüse wärst, was wärst du und warum?“)

Tagesordnung überprüfen, Protokoll Das folgt nach dem Aufwärmen, damit du es nicht wiederholen musst, falls Leute verspätet eintreffen.

Gehe die Ziele des Treffens durch.

Falls ihr ein Protokoll braucht, stelle sicher, dass sich jemand Notizen macht. Oder ihr nutzt ein online- Dokument, das alle, die an dem Treffen teilnehmen, auf ihren Bildschirmen sehen und live bearbeiten können – alle sehen alle Änderungen von den anderen sofort. Das geht mit Free and Open Source Werkzeugen wie pad.riseup.net, aber auch mit google docs.  Ein geteiltes Dokument könnt ihr auch gut für gemeinsame schriftliche Brainstormings verwenden.

Übungen zur Gruppenbildung Falls ihr Zeit dafür habt oder es euch bei euren Zielen hilft, könntest du hier eine Übung zur Gruppenbildung anschließen. Zum Beispiel[1]:

•       Bildet einen Online-Kreis: Bitte jede Person, einen Kreis auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Weise allen Teilnehmer*innen einen Platz in dem „Kreis“ zu, indem du sie*ihn fragst, wo sie entlang des Uhrenziffernblatts sitzen wollen. (Das kann sowohl für Runden als auch dafür genutzt werden, Leute auszuwählen.) Du kannst alternativ auch einen Online-Kreis erstellen, indem du die Zeichenwerkzeuge von Google nutzt, mit einem gemalten Kreis und den Namen der Teilnehmer*innen:

●      Berühre Blau (in einem anderen Dokument erklärt) oder andere Online-Spiele.

Tagesordnungspunkte (TOP) ●      Falls möglich, fange mit etwas an, das recht einfach erledigt werden kann. Das wird der Gruppe Energie und das Gefühl geben, etwas geschafft zu haben.

●      Dann kommen die schwierigeren, längeren und dringlicheren Punkte. Falls es davon mehrere gibt, plane kurze Pausen zwischen ihnen ein, um Energie und Aufmerksamkeit aufzutanken (z. B. Stretching, Singen, ein kurzes Spiel oder eine Toilettenpause).

●      Ein großer TOP kann in mehrere kleinere Punkte unterteilt werden, die zur Vereinfachung nacheinander abgearbeitet werden. Oder es könnte hilfreich sein, den TOP mit Hintergrundinfos und Erläuterungen einzuleiten, sich in Kleingruppen aufzuteilen, um Ideen auszutauschen und Prioritäten zu setzen, und schließlich die Diskussion in der großen Gruppe durchzuführen.

●      Ende mit einem kurzen und einfachen Punkt, um ein optimistisches Gefühl für das nächste Treffen zu hinterlassen.

Ankündigungen / Abschluss / Evaluierung

 

●      Abhängig von euren Zielen könntest du überlegen, Zeit für Ankündigungen und eine Evaluierung einzuplanen, die den Teilnehmenden erlaubt, ihre Gefühle nach dem Treffen auszudrücken. Gleichzeitig bietet sie eine Chance dafür, zukünftige Treffen zu verbessern. Evaluierungen sollten direkt vor dem Ende des Workshops stattfinden, denn die Leute könnten vergessen, sie später schriftlich auszufüllen oder sie vergessen wichtige Details der Erfahrung.

●      Versuche, ein paar Minuten früher Schluss zu machen – ein Treffen ein paar Minuten eher als geplant zu beenden schafft ein Gefühl von Zeit und Energie.

[1] Der “Online – Kreis” funktioniert unseres Wissens leider nur mit google docs, da wir keine Alternativen kennen, mit denen wir an online geteilten Dokumenten gemeinsam graphisch arbeiten können. Wir freuen uns über Hinweise!


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