Divestment-Glossar

Für alle, die keine Finanzexpert*innen sind, hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Dinge wenn's ums Geld geht.

Aktie (share oder stock) – ein Anteil an einem öffentlich gehandelten Unternehmen (d.h. einem Unternehmen, dessen Sicherheiten zum Kauf durch die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen). Indem man eine Aktie besitzt, besitzt man einen Anteil an dem Unternehmen. Aktien haben eine große Bandbreite an Risiken und Erträgen.

Aktionär*in (shareholder) – ein Individuum oder eine Institution, die Aktien an einem Unternehmen besitzt.

ASX – die Australian Securities Exchange ist Australiens wichtigste Börse (ein Markt, wo Sicherheiten erworben und verkauft werden)

Außerbörsliches Eigenkapital (private equity) – Investition in privat gehandelte Unternehmen (z.B. ein Unternehmen, das von einer NRO betrieben oder von einer kleinen Anzahl von Anteilseigner*innen oder Firmenmitgliedern gehalten wird und dessen Sicherheiten nicht zum öffentlichen Verkauf stehen). Das vorrangige Ziel einer Firma mit außerbörslichem Eigenkapital ist, private Unternehmen so profitabel wie möglich zu machen, z.B. indem Stellen an Leiharbeitsfirmen ausgelagert oder Gewerkschaften ausgebootet werden.

Bargeld (cash) – leicht zugängliches Geld, das in Notfällen verwendet werden kann und von einer Bank aufbewahrt wird.

Basispunkt (basis point) – eine Einheit (1/100 von 1%), die benutzt wird, um Veränderungen bei finanziellen Instrumenten zu messen. Sie wird gewöhnlich genutzt, um Änderungen bei Zinssätzen und Aktienindexen zu berechnen.

Beteiligungen (holdings) – die Sammlung von Aktien, die ein*e Investor*in besitzt. Börsennotiertes Unternehmen (publicly traded company) – ein Unternehmen, das seine Sicherheiten an die breite Öffentlichkeit verkauft, gewöhnlich über die Börse.

Diversifizierung (diversification) – investierte Mittel auf eine Vielzahl von Vermögenswerten und Klassen von Vermögenswerten aufteilen, um das Risiko zu minimieren. Diversifizierung nimmt an, dass man nicht alle seine Eier in einen Korb legen sollte.

Divestment – auch De­investment, Desinvestition. Der Verkauf eines Vermögenswerts für ein finanzielles oder ethisches Ziel.

Dividenden (dividends) – ein Anteil an dem Gewinn eines Unternehmens, der an seine Aktionär*innen vierteljährlich ausgezahlt wird. Der Vorstand des Unternehmens entscheidet, wie groß die Dividende ist bzw. ob er überhaupt eine ausschüttet. Normalerweise zahlen nur große Unternehmen Dividenden aus, während kleinere ihren Gewinn reinvestieren müssen, damit sie wachsen.

Dividendenpapiere (equity) – eine Aktie oder irgendeine andere Sicherheit, die einen Besitzanspruch belegt.

Erträge (returns) – die Wertveränderung eines Portfolio oder einer Investition über einen bestimmten Zeitraum (z.B. ein Jahr).

ESG (environmental, social and governance issues) – Nachhaltigkeitskriterien (Umwelt, Gesellschaft und Governance); synonym mit ethischen Investitionen.

Ethische Investitionen (responsible Investment) – eine Investitionsstrategie, die das Ziel der Gewinnmaximierung mit sozialer und umweltverträglicher Nachhaltigkeit kombiniert.

Festverzinsung (fixed interest) – jede Art von Investition mit einer festgelegten Zahlungsrate. Diese Instrumente sind gewöhnlich eine Art von Obligation oder Schuldschein, die von Regierungen, Firmen oder anderen Institutionen ausgegeben wird.

Fondsmanager*in (fund manager oder portfolio/investment/money manager) – ein Individuum, das dafür bezahlt wird, ein Investitionskonto zu verwalten. Die meisten werden auf der Basis ihres vergangenen Erfolgs beauftragt und werden (mit Bonuszahlungen) dafür belohnt, je nachdem wie viel Gewinn sie im Laufe eines Jahres generiert haben. (Deshalb bevorzugen sie kurzfristige Investitionen, z.B. Investitionen in fossile Brennstoffe.)

Hedge­Fonds (hedge funds) – eine Art von zusammengemischten Fonds, der nur sehr reichen oder institutionellen Investor*innen offen steht. Hedge­Fonds nutzen eine große Bandbreite von Investitionsstrategien, um sehr hohe Gewinne zu erwirtschaften – oft über 12%. Dies ist eine neuere Form der Investition und wurde von einer Reihe von namhaften Universitäten initiiert. Sie stellen ein hohes Risiko dar, weil sie nur schwach reguliert sind und computergestützte Investitionsmodelle nutzen, die großen Schwankungen unterliegen. Das macht es schwierig, auf Tages­ oder wöchentlicher Basis zu berechnen, wie viel man besitzt. Hedge­Fonds spielten eine große Rolle bei der Auslösung des globalen Finanzcrashs 2008.

Immobilien / Grundbesitz (real estate/real asset) – ein materieller Vermögenswert, dessen Besitzer*in davon profitiert, dass der Wert des Besitzes steigt, weil eine Ressource entweder angepflanzt oder als Rohstoff abgebaut wird.

Institutioneller Investor (Institutional investor) – eine Organisation, die ihre eigenen Vermögenswerte investiert oder sie für andere verwaltet. Beispiele umfassen Investitionsfirmen, Universitäten, Pensionskassen, religiöse Organisationen, Banken und Regierungen.

Investition – auf den Verbrauch verzichten oder ihn verschieben in der Hoffnung, Zinsen oder einen anderen zukünftigen Gewinn zu generieren.

Investment Officer – ein*e hauptberufliche*r Spezialist*in für Investitionen, die*der direkt von einem Unternehmen angestellt wird, um die Anwendung der Richtlinien sicherzustellen, die von ihren Treuhänder*innen o.ä. festgelegt wurden.

Investment Portfolio – die Sammlung von Aktien, die ein*e Aktionär*in besitzt. Investmentfonds – eine Art von gemischtem Fond, wo die Wertpapiere gebündelt und von einem Fonds­Manager gehalten werden. Im Allgemeinen werden Fonds verschiedener Parteien gepoolt, was größere Aktienkäufe und breitere Diversifizierung erlaubt und so größere Gewinne generiert.

Kapital (capital) – Geld oder Reichtum, das/der in der Produktion von mehr Geld oder Reichtum eingesetzt wird (z.B. als eine Investition).

Kaufmännische*r Geschäftsführer*in (Chief Financial Officer) – die Person, die für das Management der finanziellen Risiken eines Geschäftes oder einer Institution zuständig ist.

Kredit (credit) – die Bereitstellung von Ressourcen durch eine Partei für eine zweite, wobei die zweite die erste nicht sofort für diese Ressourcen bezahlt. Dadurch entsteht eine Schuld, die entweder zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt oder die Ressourcen(bzw. ihr äquivalenter Wert) zurückgegeben werden.

Kuratorium (board of trustees) – ein juristischer Begriff, der sich auf eine*n Verwalter*in von Eigentum (z.B. Geld) für einen Nutznießer, z.B. eine Universität oder einen Superfondsmanager, bezieht.

Obligationen (bond) – ein Schuldschein, der eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten hat. Regierungen, Unternehmen und andere Institutionen verkaufen solche Obligationen. Wenn man eine Obligation kauft, dann leiht man dem Aussteller Geld, der verspricht, das Geliehene zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzuzahlen. Obligationen sind sehr sicher und Investitionen mit geringem Risiko, aber haben relativ niedrige Gewinnspannen.

Proaktive Investition (pro­active investment) – Anteile an Unternehmen erwerben, die man unterstützen will.

Rendite (rate of return) – der Anteil an Geld, der bei einer Investition gewonnen oder verloren wird, abhängig von der Summe, die investiert wurde.

Risiko (risk) – die Möglichkeit, dass die tatsächlichen Erträge anders sind als erwartet. Risiko schließt die Möglichkeit ein, einen Teil oder den totalen Wert der ursprünglichen Investition zu verlieren. Risiko wird gewöhnlich gemessen, indem man den Grad berechnet, zu dem die Investition von dem erwarteten Durchschnitt in dem Zeitraum abwich. Ein hohes Maß an Abweichung bedeutet ein hohes Risiko.

Risikokapital (venture capital) – Geld, das in junge, private Unternehmen investiert wird (Start­up Geld) ­ Unternehmen, die etwas machen, was besonders neu, ungewöhnlich und riskant ist. Während das Risiko hoch ist, so sind es auch die möglichen Erträge.

Schuld (debt) – ein Geldbetrag, den eine Partei von einer anderen leiht unter der Bedingung, dass er später zurückgezahlt wird, normalerweise mit Zinsen.

Screen – jede Art von ethischen Kriterien, die an Investitionen angelegt werden, um zu entscheiden, ob man investiert oder eine bestimmte Investition vermeidet.

Sicherheiten (security) – ein verkäufliches, verhandelbares Instrument, das einen finanziellen Wert hat.

Stiftung (endowment) – eine Einrichtung, die Vermögenswerte hält und vorhat, die Gewinne auszugeben, aber die ursprüngliche Summe zu behalten und so ihre dauerhafte Unterstützung zu bewahren. Die meisten Universitäten haben einen Stiftungsfonds, der einen Teil ihrer laufenden Kosten finanziert. Manche haben auch zweckgebundene Stiftungen, um bestimmte Teilziele der Institution zu finanzieren, z.B. Stipendien zu vergeben.

Treuhänder*in (fiduciary oder trustee) – ein Individuum, das verantwortlich dafür ist, im Interesse einer Institution oder Person zu handeln.

Treuhänderische Verantwortung (fiduciary responsibility)– eine Rechtsbeziehung zwischen zwei oder mehr Parteien (z.B. einer*einem Superfond­Treuhänder*in und den Mitgliedern des Fonds); die Verpflichtung einer*eines Treuhänder*in oder Vorstandsmitglieds, in dem besten Interesse der Institution oder Nutznießer*innen zu handeln, die sie*er vertritt.

Vermögenswert (asset) – jeder Besitz, der einen Tauschwert besitzt. Vermögenswert, Klassen von V. (asset classes) ­ z.B. Aktienkapital, Wertpapiere und Grundbesitz.

Vermögenswerte, Verteilung von V. (asset allocation) – eine Investitionsstrategie, die versucht, die Risiken und Gewinne im Gleichgewicht zu halten, indem sie den prozentualen Anteil jedes Vermögenswertes in einem Investitions­Portfolio nach der Risiko­Toleranz, den Zielen und dem Zeitrahmen des Investors anpasst.


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