Schwungtuch-banner anfertigen

Schwungtuch-Banner sind überaus sichtbar und sehr fotogen – von oben, von unten, von überallher. Ein Schwungtuch-Banner ist eine aktivierende Methode, um Botschaften und Bilder zu verbreiten und Raum einzunehmen. 

ERSTER SCHRITT: MATERIALSAMMLUNG

  • Großes, weißes Schwungtuch-Banner
    Bestellt euch im Netz ein großes, weißes Schwungtuch. Es gibt sie häufig mit bestimmten Durchmessern (3,5 m, 5 m oder 7 m). Schwungtücher bekommt ihr bei PlayParachutes.com oder S&S Worldwide, aber auch bei anderen Händler:innen. Sie sind nicht ganz billig (50 bis 150 US-Dollar und mehr), daher braucht ihr für derartige Banner ein entsprechendes Budget!
  • Latex- oder Acrylfarbe 
    Besorgt euch Latex-Wandfarbe oder große (2-4-Liter-)Behälter Acrylfarbe in kräftigen Farbtönen. Dickflüssige Farbe im Verhältnis 3:1 mit Wasser verdünnen, damit sie leicht verstreichbar wird, aber immer noch gut deckt. Ihr könnt etwas Farbe in große Joghurtbecher abfüllen und mit Schaumstoff- oder Borstenpinseln in verschiedenen Größen malen. Sollte sich irgendwo Farbe ansammeln ist es wichtig, sie gleichmäßig auszustreichen, damit sie schneller trocknet.

Lasst die Farbe vollständig trocknen – so lange, wie es geht. Das Schwungtuch in der ersten Woche möglichst nicht stark zusammendrücken oder falten, sodass Farbe auf Farbe drückt. Die frische Farbe kann immer noch ein wenig klebrig sein und aneinander haften.

  • Pinsel (in verschiedenen Größen und in gutem Zustand, also nicht ausgefranst) 
  • Alte Joghurt- oder Plastikbecher und ein paar passende Deckel
  • Abdeckplanen
  • Bleistift und Papier (für Entwurfszeichnungen)
  • Permanent-Marker
  • Richtscheit 
  • Isolierband oder Malerkrepp 
  • Mehrere Stücke Schnur (mindestens etwas
    länger als der Radius eures Schwungtuchs) 
  • Eine 1,5 m lange Latte (Bambusstab,  
    Besenstiel o.ä.)

 

ZWEITER SCHRITT: ENTWURF 

Entscheiden: Welche Worte und welche einfachen, klaren Bild(er vermitteln etwas von eurer Kernbotschaft oder Geschichte? Welche Farben?

Tipps:

  • Weniger ist mehr – je aufwendiger das Bild, je mehr und je längere Wörter ihr benutzt, desto länger dauern das Layout und das Malen. Viele Schwungtuch-Fotos in der Berichterstattung sind von unten aufgenommen, sodass das Licht wie durch farbige Glasfenster hindurchscheint, egal ob die Worte und Bilder deutlich werden.
  • Starke Kontraste – zwischen Hintergrund und Textfarben!  
  • Kreisförmiges Layout – Entwurf und Text in Kreis- oder Bogenform sind gut, aber ihr könnt den Text auch waagerecht aufmalen.  

Beispiele ansehen – sucht im Internet nach „parachute climate” oder „parachute protest” und schaut euch an, wie andere ihre Schwungtücher gestaltet haben und wie sie auf Pressefotos aussehen.

 

DRITTER SCHRITT: EINEN PLATZ SUCHEN 

Ihr braucht genügend Platz, sodass ihr das ganze Schwungtuch vollständig ausbreiten könnt. Sucht euch einen ebenen, am besten glatten Ort zum Auslegen und Bemalen aus. Der Platz muss mindestens so groß sein wie das ausgebreitete Schwungtuch. Wenn euer Schwungtuch 7m x 7 m groß ist, braucht es ziemlich viel Platz. Eventuell müsst ihr damit ins Freie gehen.

Möglichkeiten bieten sich unter anderem in Garagen, Sporthallen, leeren Klassenzimmern, Gemeindezentren oder im Freien.  

  

VIERTER SCHRITT: DAS SCHWUNGTUCH AUSBREITEN

  • Legt Abdeckplanen unter (z.B. Abdeckfolie aus dem Farbenladen oder Baumarkt oder alte Leintücher), weil die Farbe später durch das Schwungtuch hindurchsickern wird. Ihr müsst die Oberfläche, auf der ihr arbeiten wollt, schützen, damit ihr keine bleibenden Malereien hinterlasst. 
  • Befestigt die Abdeckplane auf dem Boden oder dem Untergrund (und wenn es mehrere Stücke sind diese auch aneinander). Besorgt euch Klebeband (Gorilla-Tape, wenn ihr auf Beton oder Straßenbelag arbeitet) oder breites, hoch-wertiges Malerkrepp (für Holz- oder Linoleumböden im Innenbereich), um die Abdeckplanen vollständig ausgebreitet auf dem Boden und aneinander festzukleben.  
  • Breitet das Schwungtuch auf der Abdeckplane aus und klebt es faltenfrei mit Klebeband fest. Klebt jeweils ein Stück Klebeband unter jede Halteschlaufe. Beginnt mit dem Klebeband an zwei gegenüberliegenden Stellen.

 

FÜNFTER SCHRITT: DEN ENTWURF ÜBERTRAGEN

Übertragt euren Entwurf auf das Schwungtuch. Macht zunächst eine Bleistiftskizze und zeichnet sie dann mit einem Permanent-Marker in derselben Farbe nach, in der ihr später malen wollt. 

Tipps: 

  • Gerade Linien mit einem Richtscheit/Stock ziehen
  • Zählt die 20 Schwungtuch-Nähte durch und orientiert euch daran, um Fläche gleichmäßig aufzuteilen. 
  • Zeichnet die Kreislinien mit einem Schnur-Zirkel – legt eine Schnur mit einer Schlaufe genau auf den Mittelpunkt, wo sie von jemandem mit einem Marker oder einem Stab festgehalten wird. Dann die für den Entwurf benötigten Kreislinien mit einem Bleistift am anderen Schnurende zeichnen.
  • Das Schwungtuch sollte nur mit Socken, nicht mit Schuhen betreten werden. 

 

SECHSTER SCHRITT: BEMALEN

  • Gemalt wird mit Latex- oder Acryl-Wandfarbe in kräftigen Farbtönen. 
  • Zu dickflüssige Farbe wird im Verhältnis 3:1 mit Wasser verdünnt (3 Teile Farbe, 1 Teil Wasser), damit sie sich leicht verstreichen lässt, aber immer noch gut deckt. 
  • Füllt etwas Farbe in Joghurt-becher um und malt mit Schaumstoff und Borstenpinseln in unterschiedlichen Größen. Die Joghurtbecher am besten nicht direkt auf das Schwungtuch stellen, sondern auf ein Stück Pappe oder einen Kartondeckel, falls mal ein Tropfen Farbe an der Außenseite des Bechers herunterläuft. 
  • Fangt in der Mitte an und arbeitet euch dann langsam nach außen vor. 
  • Farbtropfen oder -spritzer sollten sofort mit einem nassen Lappen abgewischt werden.
  • Sollte sich irgendwo viel Farbe ansammeln, verstreicht diese gleichmäßig, damit sie schneller trocknet. 
  • Lasst die Farbe, wenn ihr mit dem Malen fertig seid, vollständig trocknen – so lange wie möglich. Das Schwungtuch in der ersten Woche möglichst nicht stark pressen oder falten, sodass Farbe auf Farbe drückt – nur locker aufrollen und eine Woche lang nicht zusammendrücken. Die frische Farbe kann immer noch ein wenig klebrig sein und aneinander haften. 

 

SIEBTER SCHRITT: BEWEGEN UND EINSETZEN! 

Trommelt vor eurer öffentlichen Veranstaltung ein paar Leute zum Üben zusammen und macht gemeinsam Schwungtuchspiele. Übt das Straffziehen des Schwungtuchs, sodass es ganz glatt und gut lesbar ist. Übt, wie man die eine Seite auf Kinnhöhe einer Person zieht und die andere Seite zum Boden, wobei sich die Leute hinknien, damit man die Aufschrift direkt von vorn lesen (und fotografieren!) kann. Wer fotografiert, sollte versuchen, irgendwie in die Höhe zu gelangen … auf eine Leiter, eine Mauer, ein Dach o.ä.

Macht auch Schwungtuchspiele mit Klimaschutzthemen:

  • „Wellen machen für Klimagerechtigkeit!” – bewegt das Schwungtuch so, dass es Wellen schlägt oder sich kräuselt.
  • “„Hoch die (Menschen, Erde, Bewegung, Klimagerechtigkeit usw.)!” – alle heben das Tuch hoch. Es wird durchgezählt: 1, 2, 1, 2 usw. – und dann ruft jemand bei erhobenem Schwungtuch: „Alle Zweier tauschen die Plätze!” … dann rennen alle mit der Nummer 2 unter dem Schwungtuch durch und tauschen die Plätze. In der Mitte könnt ihr eine kurze Tanzparty einlegen. 
  • „Nieder mit (Ölkonzernen, fossilen Brennstoffen, Fracking, Tankzügen, Öl-/Gas-Pipelines usw.” Drückt die Schwungtuchränder zu Boden.  
  • Werft euch einen aufblasbaren Globus zu (ähnlich wie ein Wasserball – könnt ihr selbermachen oder online kaufen) und spielt Rettet die Erde!